Schutz
Schutz und Erwärmung: Qi als Schutzschild und Wärmequelle
Die vierte und fünfte Funktion des Qi in der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen eng miteinander in Verbindung: Schutz und Erwärmung. Schutz bezeichnet die Fähigkeit des Qi, den Körper gegen äußere Einflüsse zu verteidigen. Erwärmung bezeichnet die Fähigkeit, die für physiologische Vorgänge notwendige Wärme bereitzustellen. Gemeinsam repräsentieren sie die aktive, Yang-orientierte Seite des Qi.
Schutz: mehr als nur Wei Qi
Die Schutzfunktion wird in der TCM vor allem mit Wei Qi — dem Abwehr-Qi — verbunden. Es zirkuliert an der Körperoberfläche und gilt traditionell als erste Schutzebene gegen äußere pathogene Faktoren wie Wind, Kälte, Hitze und Feuchtigkeit.
Die allgemeine Widerstandskraft hängt nach der TCM jedoch nicht ausschließlich vom Wei Qi ab. Ying Qi trägt durch die Ernährung von Organen und Geweben bei, während das Nieren-Jing die tiefere konstitutionelle Grundlage und die angeborenen Reserven repräsentiert.
Dies lässt sich als dreischichtiges Modell verstehen: Wei Qi an der Oberfläche, Ying Qi auf der nährenden Ebene und Nieren-Jing als tiefe konstitutionelle Basis. Das Zusammenspiel dieser Ebenen bestimmt in der traditionellen Theorie die Widerstandskraft gegenüber äußeren pathogenen Einflüssen.
Erwärmung: Yang als aktive Lebenskraft
Auch die Erwärmungsfunktion ist wesentlich. Die TCM betrachtet ausreichende Wärme als Voraussetzung für Transformation, Transport und Zirkulation. Diese Wärme wird durch den Yang-Aspekt des Qi bereitgestellt.
Besonders wichtig ist dies für die Körperflüssigkeiten. Sie gelten als Yin und benötigen Yang-Wärme für Transformation, Transport und Ausscheidung. Bei unzureichender Wärme können Flüssigkeiten stagnieren oder sich ansammeln, was nach der TCM zu Feuchtigkeit, Schleim oder Ödemen beitragen kann.
Wärmequellen: Nieren-Yang und Ministerielles Feuer
Die wichtigste tiefe Quelle von Yang und Wärme ist das Nieren-Yang, eng verbunden mit dem Ministeriellen Feuer und Ming Men. Es wirkt als grundlegende erwärmende und aktivierende Kraft. Milz-Yang trägt ebenfalls zur Erwärmung und Verdauung bei, ist jedoch auf die Unterstützung des Nieren-Yang angewiesen.
Bei Nieren-Yang-Mangel können nach traditioneller Musterlehre kalte Extremitäten, Wärmebedürfnis, langsame Verdauung, wässriger Stuhl, häufiges klares Wasserlassen sowie allgemeine Kälte und Erschöpfung auftreten. Die TCM-Behandlung zielt auf das Erwärmen und Tonisieren des Yang.