Die Entstehung des Blutes
Die Entstehung des Blutes in der TCM: wie Nahrung, Organe und Essenz zusammenwirken
Die Traditionelle Chinesische Medizin beschreibt die Blutbildung als einen gemeinsamen Prozess mehrerer Organe und vitaler Substanzen. Sie beginnt mit Nahrung und Getränken und wird durch Qi, Jing sowie die Funktionen von Milz, Magen, Lunge, Herz und Nieren unterstützt.
Milz und Magen: die erste Quelle
Milz und Magen bilden die wichtigste nachgeburtliche Quelle des Blutes. Der Magen nimmt Nahrung auf und verarbeitet sie, während die Milz die nutzbare Essenz in Gu Qi, das Nahrungs-Qi, transformiert.
Gu Qi stellt einen wichtigen Ausgangsstoff für die weitere Bildung von Qi und Blut dar. Ist die Transformationsfunktion von Milz und Magen schwach, wird auch die Grundlage der Blutbildung geschwächt.
Die Lunge: die antreibende Kraft
Die Milz transportiert Gu Qi nach oben zur Lunge. Lungen-Qi hilft anschließend, es zum Herzen weiterzubewegen. Dies veranschaulicht das Prinzip, dass Qi das Blut bewegt.
Das Herz: Transformation in Blut
Im Herzen wird Gu Qi weiter in Blut transformiert. Das Herz regiert in der TCM daher nicht nur Blut und Gefäße, sondern ist auch an der Blutbildung beteiligt.
Diese Transformation wird durch Yuan Qi unterstützt, das Ursprungs-Qi mit seiner Wurzel in den Nieren.
Die Nieren: Jing, Mark und tiefe Reserve
Die Nieren speichern Jing. Jing produziert Mark, das nach der TCM auch mit Knochen und Knochenmark verbunden ist. Dieses Mark trägt zur Blutbildung bei und stellt damit eine tiefere konstitutionelle Quelle dar.
Zudem sind die Nieren die Wurzel des Yuan Qi. Sie unterstützen die Blutbildung somit sowohl über Jing und Mark als auch über Yuan Qi.
Vor- und nachgeburtliche Quellen
Die Blutbildung verbindet nachgeburtliche und vorgeburtliche Ressourcen. Milz und Magen liefern durch Nahrung das nachgeburtliche Qi, während die Nieren über Jing und Yuan Qi die vorgeburtliche Grundlage bereitstellen.
Die fünf Aspekte
1. Milz und Magen bilden Gu Qi aus Nahrung und Getränken.
2. Lungen-Qi bewegt Gu Qi zum Herzen.
3. Im Herzen wird Gu Qi in Blut transformiert.
4. Yuan Qi unterstützt die Transformation.
5. Nieren-Jing erzeugt Mark, das ebenfalls zur Blutbildung beiträgt.
Klinische Anwendung
Bei Blut-Mangel richtet sich die Behandlung daher häufig auf die Unterstützung von Milz und Magen als tägliche Quelle von Gu Qi sowie bei tieferen Mustern auf Nieren und Jing.
Fazit
Die Blutbildung ist in der TCM ein kooperativer Prozess: Milz und Magen liefern Gu Qi, Lungen-Qi bewegt es nach oben, das Herz transformiert es, Yuan Qi unterstützt diesen Vorgang und Nieren-Jing und Mark tragen auf tiefer Ebene dazu bei.