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Allgemein

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Fünf Elemente Anwendungen in Diagnose und Behandlung

Die antiken Shu-Punkte: allgemeiner Überblick über Lage und Wirkung

Die antiken Shu-Punkte sind fünf besondere Akupunkturpunkte auf jedem Meridian, die am Unterschenkel und Unterarm liegen. Sie werden seit mehr als zweitausend Jahren in der chinesischen Akupunktur verwendet und gehören zu den therapeutisch wirkungsvollsten Punkten des klassischen Akupunktursystems. Ihre Wirkung basiert auf der Fünf-Elemente-Lehre: Jeder Punkt repräsentiert ein Element und trägt die energetischen Qualitäten dieses Elements in sich.

Die Wassermetapher: von der Quelle zum Meer

Die antiken Shu-Punkte werden durch die Metapher eines Wasserlaufs beschrieben, der als kleine Quelle beginnt und zu einem mächtigen Meer anwächst. Der erste Punkt — der Jing/Well-Punkt — liegt an den Nägeln der Finger oder Zehen: die peripherste Lage, der Ausgangspunkt des Qi-Flusses im Meridian. Hier ist die Energie am oberflächlichsten und am aktivsten in den äußeren Schichten des Körpers.

Während sich das Qi entlang des Beins oder Arms weiterbewegt, vertieft und verstärkt es sich: von der Quelle zum Bächlein (Ying/Spring), zum Strom (Shu/Stream), zum Fluss (Jing/River) und schließlich zum Meer (He/Sea-Punkt am Knie oder Ellenbogen). Am Knie und Ellenbogen taucht das Qi tiefer in den Körper ein und erreicht die inneren Organe. Dadurch eignen sich die He/Sea-Punkte besonders gut zur Behandlung von Organpathologien.

Zwei Flussrichtungen

Ein besonderer Aspekt der chinesischen Meridianpraxis ist die Anerkennung von zwei Flussrichtungen des Qi. Die erste Richtung folgt dem festen Muster der Organuhr — der Zirkulation des Qi durch die zwölf Meridiane in einer bestimmten Reihenfolge über 24 Stunden. Die zweite Richtung verläuft von den Finger- oder Zehenspitzen zum Ellenbogen oder Knie — die Richtung, der die antiken Shu-Punkte folgen.

Dieses System mit zwei Flussrichtungen macht die antiken Shu-Punkte therapeutisch flexibel: Sie können sowohl verwendet werden, um Energie einzubringen (tonisieren), als auch um Energie abzuleiten (reduzieren), abhängig von der Nadeltechnik, die der Akupunkteur anwendet.

Klinische Bedeutung

Die antiken Shu-Punkte sind in der klassischen Akupunktur unverzichtbar, weil sie gleichzeitig drei diagnostische und therapeutische Ebenen ansprechen: das Element (Fünf-Elemente-Diagnose), das Organ (Zang-Fu-Diagnose) und die Position auf dem Meridian (lokale und distale Behandlung). Ein gutes Verständnis dieser Punkte gibt dem Akupunkteur ein differenziertes Instrumentarium für einfache wie auch komplexe klinische Situationen.